Aktuelle europapolitische Zielsetzungen

Im Rahmen der Europa 2020 Strategie haben die EU-Mitgliedstaaten sich zwei Kernziele für den Bildungsbereich gesetzt: die Verringerung der Schulabbrecherquote und die Erhöhung des Anteils der Jugendlichen, die ein Hochschulabschluss machen.

Studien der Kommission haben gehen davon aus, dass im Jahr 2020 voraussichtlich 35% der neuen Arbeitsplätze ein hohes Qualifikationsniveau und 50 % ein mittleres Qualifikationsniveau verlangen werden. Darum hat man sich zum Ziel gesetzt, den Anteil der 30- bis 34-Jährigen, die ein Hochschulstudium abgeschlossen haben oder über einen gleichwertigen Abschluss verfügen, auf mindestens 40 % (derzeit 31%, verglichen mit 50% in den USA und 40% in Japan) zu erhöhen.

Zudem sollen Mobilitätshemmnisse abgebaut und das Lernen, Leben und Arbeiten in einem anderen EU-Land stärker gefördert werden. Ein wesentliches Instrument der EU ist hierbei die Leitinitiative „Youth on the Move“ (Jugend in Bewegung), in deren Rahmen viele Maßnahmen zur Förderung der Mobilität von Jugendlichen auf den Weg gebracht worden sind.

Bestehende EU-Programme zur Förderung des europäischen Austauschs sollen nach Auffassung der Europäischen Kommission aufgestockt werden, da sie der Nachfrage oft nicht mehr gerecht werden. So müssen zum Beispiel bei Erasmus, dem EU-Programm zur Förderung der Mobilität von Studenten und Dozenten, derzeit viele Anträge wegen mangelnder Gelder abgelehnt werden müssen.

Herausforderung Jugendarbeitslosigkeit und prekäre Beschäftigung

Die Europäische Kommission sieht derzeit insbesondere in folgenden Bereichen Handlungsbedarf:

o Einfacherer Übergang zwischen Schule und Berufsleben durch Jugendgarantie-Systeme: jungen Menschen unter 25 Jahren soll innerhalb von vier Monaten nach Schulabgang oder Arbeitsplatzverlust ein qualitativ hochwertiges Angebot für eine Arbeitsstelle, eine weiterführende Ausbildung, einen Ausbildungsplatz oder eine Praktikantenstelle gemacht werden;

o Gewährleistung, dass Praktika hochwertige Berufserfahrung unter sicheren Rahmenbedingungen vermitteln;

o quantitative und qualitative Verbesserung des Ausbildungsplatzangebots;

o Ausweitung der Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten für junge Menschen im Ausland.

Ziel ist, mehr jungen Leuten einen leichteren Zugang zum Arbeitsmarkt und zu Aus- und Fortbildung zu ermöglichen.