Leben

Was sollten die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten tun, um unsere Welt nachhaltiger zu machen?

Wie können die heutigen Krisen gelöst werden, ohne die junge Generation zu überlasten?

Welche Lebensstile sind zukunftsfähig?

 

Wir leben über unsere Verhältnisse und borgen von der Zukunft, um die Ansprüche der Gegenwart zu bedienen. Würde die gesamte Menschheit den heutigen Lebensstil der Europäer pflegen, bräuchten wir dafür mehr als einen Planeten Erde. Vieles deutet darauf hin, dass einige hundert Millionen Menschen in Schwellenländern wie China und Indien gerade genau in diese Richtung streben – und wer will es ihnen verdenken?

Denn auch in Europa ist der Bewusstseinswandel noch ein zartes Pflänzchen und die Situation durch gegenläufige Trends gekennzeichnet. Auf der einen Seite konnten in den letzten 20 Jahren in vielen Bereichen deutliche Erfolge erzielt werden. So ist die Luftverschmutzung verringert und die Wasserqualität verbessert worden. Auf der anderen Seite ist der Energieverbrauch der Europäer weiterhin am steigen, was auch mit einem hohen Ausstoß an Treibhausgasen einhergeht, die maßgeblich für den Klimawandel verantwortlich sind.

Ein gutes Beispiel ist auch die Müllentwicklung. So wird zwar ein immer größerer Anteil recycelt, also wieder­verwendet. Gleichzeitig steigt aber die Müllmenge insgesamt derart an, dass die Erfolge des Recyclings mehr als ausgeglichen werden – der Ressourcenverbrauch bleibt hoch und die Müllberge werden größer.

Der Begriff der Nachhaltigen Entwicklung steht in diesem Sinne als Platzhalter für die Suche nach einer weitergehenden Rahmenerzählung. Bislang bleibt “Nachhaltige Entwicklung” für die meisten ein abstraktes Konzept und damit blass. Im Gegenteil, sie wird in der Regel in den Kategorien des  „Weniger“ bzw. des „Verzichts“ interpretiert. Das hat keinen Reiz. Nachhaltige Entwicklung kann nur gelingen, wenn sie mit Geschichten, mit individuellen Lebensentwürfen verknüpft werden kann, in denen Nachhaltige Entwicklung als eine spannende Reise, als Weg zur (Wieder-)Beheimatung in einem größeren Ganzen erzählt werden kann.

Wir brauchen neue Erzählungen – darüber, was es heute heißt, wenn wir sagen, dass unsere Kinder einmal ein gutes Leben haben sollen.

 

Wie könnte gegenüber eines immer weiter wachsenden Umweltverbrauchs, und letztlich eines „Weiter So”, ein attraktives Gesellschaftsmodell aussehen, dass die natürlichen Lebensgrundlagen nicht überbeansprucht? Welcher Lebensstil ist ‚stylisch’ in diesem Sinne, erfüllt unsere Bedürfnisse und ist zugleich zukunftsfähig?

Was müssen wir heute tun, damit auch künftige Generationen genug vorfinden, um frei über ihren Weg entscheiden zu können?